In der Welt in der wir leben, herrscht auch im 21. Jahrhundert noch immer das Recht des Stärkeren.Über alle Kontinente hinweg gilt, dass die vermeintlich Schwächeren Unterdrückung und Gewalt durch vermeintlich Stärkere ausgesetzt sind.
Schwäche ist hier aber nicht in erster Linie als körperliches Merkmal zu sehen, Schwäche bedeutet in diesem Sinne auch und vor allem, gesellschaftlich eine weniger wichtige und machtvolle Position zu besitzen, als andere. Ökonomisch, wissensmäßig, psychisch und auf vielen anderen Ebenen abhängig zu sein oder zumindest in dieser Rolle verortet zu werden.
Ganz unten in der Hackordnung sind auch heute noch Frauen und Mädchen, noch weiter unten Frauen und Mädchen die nicht allein wegen ihres Geschlechtes als minderwertig angesehen werden, sondern außerdem noch weitere Kriterien aufweisen, die nicht ins gewünschte Bild passen. Dazu gehört die sexuelle Orientierung, die falsche Religion und in unserer europäischen Umgebung das Nicht-Weiß-Sein, bzw. der sogenannte Migrationshintergrund.
Auch wenn das eigentliche Ziel eine Welt ohne Gewalt sein muss, so setzen wir mit der aktuellen Kampagne ONE BILLION RISING bei der Gewalt gegen die ganz unten, gegen Frauen und Mädchen an.
Jede dritte Frau weltweitgerechnet (one billion – eine Milliarde), wird im Lauf ihres Lebens vergewaltigt, sexuell genötigt, oder geschlagen. Psychische Gewalt und der alltägliche Sexismus sind hier noch gar nicht mitgerechnet.
In Deutschland trifft es jede vierte Frau, es gibt keinen Grund, sich in erster Linie über Länder wie Indien zu empören. Selbstverständlich sind wir solidarisch mit den Frauen in aller Welt, aber wir müssen den Finger auch und zuerst in unsere eigene Wunde legen und die Probleme in Europa und in Deutschland deutlich benennen. Nur dann können wir auch eine glaubwürdige Solidarität mit den Frauen in anderen Ländern zum Ausdruck bringen.
Wir können alle voneinander lernen und wenn wir unsere individuellen Stärken vereinigen, nicht mehr nur vor der fremden Haustür kehren, sondern auch vor der eigenen und zugleich bereit sind, unsere Besen zu tauschen, die alle anders sind, von denen aber keiner besser oder schlechter kehrt, dann werden wir gemeinsam unser Ziel erreichen.
Unser Ziel einer Welt ohne Gewalt und als ersten Schritt dorthin, einer Welt, in der Frauen nicht mehr unablässig im Bewusstsein der Gefahr alltäglicher Übergriffe leben müssen. Einer Welt, in der Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht mehr “Norm” ist, nicht mehr als Kavaliersdelikt gehandelt wird und in der auch die Basis dieser Gewalt, die sich in Sexismus, oft gepaart mit Rassismus und Ableismus, in kleinen Gesten, wie in großen Übergriffen, in leisen Tönen, wie in lautem Geschrei äußert, nicht mehr geduldet wird.
Um dieses Ziel zu erreichen, stehen wir gemeinsam auf, hier und heute, immer dann, wenn es notwendig ist und wenn wir uns stark genug dazu fühlen.
Und gemeinsam feiern und demonstrieren wir unsere Stärke erneut in einem großen weltweiten RISING am 14.Februar 2014, am Valentinstag, der für uns nicht mehr als Tag der geschenktenBlumen, sondern als Tag unserer erkämpften Rechte gilt.






